Ariegeois

Der Ariegeois ist ein aus Frankreich stammender Jagdhund, der besonders auf die Hasenjagd spezialisiert ist. Die FCI ordnet den Ariegeois der Gruppe 6, den Lauf- und Schweißhunden zu, wo er zu Sektion 1.2, den mittelgroßen Laufhunden gehört.

Ariegeois im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 50-58 cm
Gewicht: 25-27 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.2: Mittelgroße Laufhunde
Herkunftsland: Frankreich
Farben: Dreifarbig, Schwarz-Weiß
Lebenserwartung: 10-12 Jahre
Geeignet als: Jagdhund
Sportarten:
Charakter: Glücklich, Anhänglich, Kontaktfreudig, Erziehbar, Hart arbeitend, Unternehmungslustig
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential
Stärke des Haarens
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: Kurz, dünn, dicht und eng anliegend
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: eher ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Die Rasse des Ariegeois stammt aus Südfrankreich, genauer gesagt aus dem Departement Ariège an der französischen Grenze zu Spanien. Hier ist er seit Beginn des 19. Jahrhunderts als beliebter Jagdhund verbreitet, der sich ganz besonders für die Jagd auf Hasen eignet. Aber auch andere Tiere, wie Füchse, Rehe oder Wildschweine, spürt der Ariegeois problemlos auf und nimmt ohne zu zögern deren Fährte auf.

Kynologen vermuten, dass die Rasse des Ariegeois aus der Verpaarung verschiedener mittelgroßer Jagdhunde (Briquets) und dem Grand Bleu de Gascogne entstanden ist. Der Grand Bleu de Gascogne zählt zu den großen und eher kräftigen Laufhunden. Mit der Kreuzung dieser Rasse mit den Briquets wurden die Vorzüge, wie Wendigkeit und Schnelligkeit, die zur Hasenjagd benötigt wurden, hervorgehoben. Heraus kam ein Laufhund, wie er im Buche steht und dem so leicht kein Hase entkommt.

Von Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt diese Rasse als bedroht. Erst in den 1970er Jahren gelang es engagierten Liebhabern des Ariegeois, den Bestand wieder zu vermehren und zu seiner Verbreitung beizutragen. Außerhalb Frankreichs sind diese Hunde jedoch bis heute kaum bekannt. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Hunde dieser Rasse.

Welche Herkunft hat der Ariegeois?

Der Ariegeois stammt aus Frankreich.

Wesen und Charakter vom Ariegeois

Der Ariegeois gilt als sehr gelehriger, unterwürfiger und aktiver Hund, wobei in der Beschreibung seines Charakters zwischen Arbeitsmodus und Umgang mit dem Menschen unterschieden werden muss. Dem Menschen gegenüber zeigt er sich fröhlich, liebenswürdig und sehr anhänglich. Auch im Kontakt mit Kindern benimmt er sich vorbildlich. Da der Ariegeois jedoch ein talentierter und gut gezüchteter Jagdhund ist, bringt er die hier benötigten Eigenschaften mit.

Das Jagen ist seine Leidenschaft, der er mit seiner schnellen Auffassungsgabe und einer großen Portion Geschick nachkommt. Hier zeigt er sich ehrgeizig, selbstbewusst und engagiert. Durch die häufige Haltung in einer Meute und die dadurch entstehende Zusammenarbeit mit anderen Hunden, ist er sehr sozial und auf die Arbeit im Team ausgelegt.

Welchen Charakter hat der Ariegeois?

Hunde dieser Rasse gelten als ehrgeizig, aufmerksam, intelligent, freundlich und aufgeweckt.

Aussehen des Ariegeois

Die Rasse gehört zu den mittelgroßen Hunden. Sie ist leicht gebaut und hat ein sehr edles Äußeres, das viel Eleganz ausstrahlt. Der Ariegeois bewegt sich mit seinen langen Läufen sehr leichtfüßig durch die Gegend. Rüden haben eine Widerristhöhe die zwischen 52 und 58 Zentimetern liegt, Hündinnen werden meist ein wenig kleiner. Bei ihnen liegt die Größe zwischen ungefähr 50 und 56 Zentimetern. Ein gesunder und ausgewachsener Ariegeois bringt ca. 25 – 30 Kilo Gewicht auf die Waage.

Sein Fell ist kurz und dünn, die Grundfarbe ist weiß. Auf dieser zeichnen sich klare, großflächige schwarze Flecken ab, vereinzelt kann es auch zu schwarzen Tupfen am Körper und lohfarbigen Abzeichen am Kopf kommen. Die Ohren hängen am Kopf herab, die Brust wirkt muskulös. Ein typisches Merkmal dieser Hunderasse sind die Lefzen, die nicht über den Unterkiefer hinaushängen, und die säbelförmige, aufrecht getragene Rute.

Erziehung & Haltung des Ariegeois – Das gilt es zu beachten

Grundsätzlich folgt die Rasse des Ariegeois dem großen Drang zu gefallen und ist sehr gelehrig und gehorsam, was ihr Training deutlich erleichtert und sehr angenehm gestaltet. Dennoch muss unbedingt beachtet werden, dass diese Rasse als reiner Jagdhund gezüchtet worden ist und als solcher einen stark ausgeprägten Jagdtrieb besitzt, die ihn als Anfängerhund ungeeignet macht.

Wird er jagdlich geführt, so kann dies sowohl als Teil einer größeren Meute geschehen, der Ariegeois ist jedoch auch in der Lage als einzelner Hund für die Flintenjagd mitzuwirken und dabei alle notwendigen Aufgaben der Jagd zu übernehmen. Auch anspruchsvolles Gelände ist für den Ariegeois dabei kein Problem.

Die ausreichende Auslastung sollte in der Haltung eines solchen Hundes oberste Priorität haben, um für ein ausgeglichenes Wesen Sorge zu tragen. Ist ein Hund nicht so ausgelastet wie eigentlich nötig, so kann er sich verhaltensauffällig zeigen, was die Beziehung zwischen Halter und Tier deutlich erschwert und beide Parteien unzufrieden zurücklässt.

Was kostet ein Ariegeois?

Der Preis hängt stark von der Herkunft der Hunde ab und kann daher in einer großen Preisspanne variieren. Mit zwischen 500€ und 1000€ sollte man rechnen.

Ernährung des Ariegeois

Einen empfindlichen Magen hat diese Hunderasse nicht. Durch die erhöhte Arbeit, die sie auf der Jagd erledigen müssen und den damit erhöhten Energieverbrauch, eignet sich hochkalorisches Futter zur Fütterung des Ariegeois. Durch die Bewegung, die er tagtäglich erfährt, ist auch das Risiko von Übergewicht deutlich niedriger, als bei weniger aktiven Hunderassen.

Ob sich als Halter für die Fütterung von Nassfutter, Trockenfutter oder Rohfutter nach der BARF-Methode entschieden wird, ist prinzipiell eher zweitrangig und sollte an der alltäglichen Umsetzbarkeit festgemacht werden. Oberste Priorität sollte jedoch eine ausgezeichnete Qualität des Futters haben, ebenso wie alle wichtigen Nährstoffe, Mineralien und Vitamine im Futter enthalten sein sollten. Proteine, Fette und Kohlenhydrate sorgen in gutem Gleichgewicht dafür, dass der Hund lange gesund bleibt und ausreichend Energie für die an ihn gestellten Aufgaben hat.

Wer sich mit der Menge und der Art des Futters unsicher ist, kann Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt des Hundes halten. Dieser kennt den Hund, seinen Gesundheitszustand und die Aktivitätsrate und kann anhand dieser Informationen die optimale Fütterung bestimmen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Lebenserwartung des Ariegeois liegt bei zehn bis zwölf Jahren. Durch die geringe Verbreitung über ihre Heimat hinaus geschieht die Zucht sehr kontrolliert und die Rasse gilt als sehr robust, mit wenigen typischen Erkrankungen. Einige Kynologen bemängeln den Knochenbau dieser Hund und plädieren auf eine Verstärkung der Knochen durch die Einzucht anderer Rassen. Ansonsten sind keine rassetypischen Krankheiten bekannt. Durch ihre hohe Aktivitätsrate neigen diese Hunde nicht dazu, schnell Fett anzusetzen. Hitze verträgt der Ariegeois durch das Klima seiner Heimat und den Aufbau seines Fells besser als Kälte.

Wie alt wird der Ariegeois?

Hunde dieser Rasse haben eine Lebenserwartung von 10 – 12 Jahren.

Pflege des Ariegeois

Das Fell dieser Rasse ist kurz und sehr pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten ist ausreichend, besonders zu Fellwechselphasen werden so die überschüssigen, bereits abgestorbenen Haare aus dem Fell entfernt. Sollte es, beispielsweise durch die Jagd, zu größeren Verschmutzungen kommen, kann der Ariegeois auch mit einem milden Hundeshampoo oder warmem Wasser abgeduscht werden.

Zähne, Augen, Ohren und Pfoten sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um eine mögliche Erkrankung frühzeitig erkennen zu können. Die Schlappohren dieser Hunderasse sowie die Augen können mehrmals in der Woche sanft mit einem feuchten Tuch ausgewischt werden, um Infektionen vorzubeugen. Nach dem Aufenthalt im Wald empfiehlt sich die Untersuchung des Fells auf Parasiten wie zum Beispiel Zecken.

Ariegeois – Aktivitäten und Training

Durch seine Zucht zum Jagdhund und seinen, wie der Name Laufhund bereits verrät, großen Drang zum Laufen, benötigt der Ariegeois ein hohes Maß an täglicher Beschäftigung und Auslastung. Als Begleiter bei der Flintenjagd oder als aktiver Part einer Meute legt diese Rasse am Tag viele Kilometer zurück und benutzt hierbei ständig ihre Nase.

Die Kopfarbeit benötigt diese Rasse daher ebenso, wie die körperliche Auslastung.
Im Training zeigt er sich sehr gehorsam und ordnet sich gerne unter, was seine Erziehung deutlich vereinfacht. Sein sehr ausgeprägter Jagdtrieb sollte vom Welpenalter an kontrolliert werden, damit dieser Hund stets abrufbar ist und nicht seiner eigenen Wege geht, sobald er eine für ihn interessante Fährte aufgenommen hat.

Alternativ zur jagdlichen Haltung müssen zur ausreichenden Auslastung unbedingt Hundesportarten ausgeübt werden. Hier eignen sich beispielsweise Mantrailing oder Fährtenarbeit, die dem ursprünglichen Einsatz des Ariegeois am nächsten kommen.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Ariegeois

Besonders macht diese Hunde ihre Leistungsfähigkeit und ihr Geschick bei der Hasenjagd aus. Auch hügeliges, trockenes und unwegsames Gelände stellt dabei kein Hindernis für sie da. Sie sind äußerst passioniert, beinahe schon übermütig bei der Arbeit und finden jede Fährte in Sekundenschnelle. Außerhalb von Frankreich ist die Rasse des Ariegeois kaum bekannt.

<Wie groß wird der Ariegeois?

Die Widerristhöhe beträgt zwischen 50 und 58 cm, wobei Hündinnen meist ein paar Zentimeter kleiner sind als Rüden.

Nachteile des Ariegeois

Was für den Hobby- oder Berufsjäger von Vorteil ist, kann für alle anderen Halter des Ariegeois zum Nachteil werden. Hunde dieser Rasse sind hervorragende und gewissenhafte Jäger, die diesem inneren Trieb auch nachgehen möchten. Ihre Passion besteht im Aufspüren von Fährten, denen sie so lange nachjagen, bis das dazugehörige Tier aufgefunden ist.

Dies kann leicht dazu führen, dass der Ariegeois bei einem normalen Spaziergang eigenständig im Wald verschwindet und seiner vermeintlichen Aufgabe nachgeht, ob es dem Halter gefällt oder nicht. Einfache Spaziergänge sind mit dieser Rasse daher kaum machbar, der Jagdtrieb muss ständig unter Kontrolle gehalten werden.

Passt der Ariegeois zu mir?

Generell erfordert die Anschaffung eines Hundes, egal welcher Hunderasse, ein großes Maß an Zeit und Geld. Darüber sollte sich jeder zukünftige Hundebesitzer bewusst sein. Für die erwartete Lebensdauer des Tieres übernimmt der Mensch die Verantwortung, bestmöglich für diesen zu sorgen. Es können mitunter leicht mehr als zehn Jahre sein, in denen das Leben auf den Vierbeiner angepasst sein muss

Besonders Hunde, die für die Jagd gezüchtet wurden, wie der Ariegeois, können in der Haltung eine Herausforderung darstellen und sind daher weder für Anfänger noch für Senioren geeignet. Diese Hunderasse ist definitiv kein Schoßhund und benötigt sehr viel Auslauf. Diesem Bedürfnis können ältere Menschen meist aufgrund ihrer persönlichen Fitness nicht mehr nachkommen. Für die Haltung in einer Wohnung ist der Ariegeois ebenfalls ungeeignet, da er sich viele Stunden am Tag bewegen möchte und dafür im besten Fall ein großes, umzäuntes Grundstück zur Verfügung hat, welches ihn davon abhält, einer Fährte blind nachzujagen.

Auch bei Spaziergängen sollten Probleme bei der Leinenführigkeit kein Thema sein, da der Jagdtrieb nur durch eine Leine wirklich einzuschränken ist. Was durch die jahrelang verfeinerte Zucht entstanden ist, lässt sich auch durch Training nur schwer in den Griff bekommen.

Ein Hund benötigt viel Zeit und Aufmerksamkeit, die ihm zu seiner Zufriedenheit auch zukommen sollte. Der Kauf eines Hundes sollte daher stets gut durchdacht und auch langfristig geplant sein. Besonders der finanzielle Aspekt kann einem bei unvorhergesehenen Erkrankungen des Tieres schnell über den Kopf wachsen und es empfiehlt sich, etwas Geld beiseitezulegen, um im Notfall die benötigte Versorgung gewährleisten zu können.

Sind alle wichtigen Aspekte nach bestem Gewissen durchdacht und geplant, so kann ein Hund ein toller langjähriger Partner sein, der Dich bei Deinem Hobby oder Deinem Beruf begleitet und Dir ein treuer Freund ist.

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Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

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