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Hannoverscher Schweißhund

von Marcel Hammerich
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Beim Hannoverschen Schweißhund handelt es sich um eine Hunderasse, die das Ergebnis von tausenden von Jahren Zucht für Spezialisten für die Nachsuche bei der Jagd ist. Dieser Hund ist deshalb ein Arbeitshund und gehört zu einem Förster, bei dem er diese Aufgabe auch erfüllen kann.

Ein Hannoverscher Schweißhund gehört zur FCI Gruppe 6: Laufhunde, Schweißunde und verwandte Rassen. Er ist ein Jagdhund mit einer ganz spezifischen Aufgabe.

Hannoverscher Schweißhund im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 48-55 cm
Gewicht: 25-40 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 2: Schweißhunde
Herkunftsland: Deutschland
Farben: Helles Hirschrot oder dunkeles Hirschrot
Lebenserwartung: 9-15 Jahre
Geeignet als: Rettungs- und Jagdhund
Sportarten:
Charakter: Gelehrig, Ruhig, Selbstsicher, Sensibel, Treu, Ergeben
Auslaufbedürfnisse: mittel
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz, dicht, derb bis harsch
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Hannoverscher Schweißhund Welpe

Die Rasse ist eine super Spürnase und wird für die Nachsuche eingesetzt.

Schweißhunde an sich werden auch oft Bracken genannt. Vermutlich sind Hunde mit diesen Eigenschaften schon mehr als 10.000 Jahre alt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine besonders gute Nase haben und deshalb in der Lage sind, besser als andere Hunde bei der Jagd verletzte Tiere schnell und zielsicher aufzuspüren. Der Fachbegriff für diese Tätigkeit der Schweißhunde ist Nachsuche. Es gibt einen mehr als 1000 Jahre alten Gesetzestext, die Lex Baiuwariorum, wo das genau beschrieben wird.

In der Barockzeit gab es sogenannten Jägerhöfe, die von reichen Fürsten betrieben wurden. Einer davon befand sich in Hannover. Hannoversche Schweißhunde wurden dort bereits seit 1657 gezüchtet und dann auch ausgebildet. Seit 1894 wird der Hannoversche Schweißhund in Erfurt durch den Verein Hirschmann nach dem heutigen Standard gezüchtet. Wer von einem Züchter einen Welpen haben möchte, muss eine Schweißhundeführerausbildung ablegen, denn diese Hunderasse braucht diese Aufgabe, um ausgelastet zu sein. Diese Hunde werden heute nicht nur bei der Nachsuche im Bereich der Jagd, sondern auch bei Verkehrsunfällen eingesetzt. Es ist deshalb nicht zwingend erforderlich, Jäger oder Förster zu sein, um so einen Welpen zu bekommen. Generell ist der Hannoversche Schweißhund auch ein guter Familienhund, aber das alleine reicht nicht aus, um diese Tiere auszulasten.

Was ist ein Schweißhund?

Ein Schweißhund ist ein Hund mit einer ungewöhnlich guten Nase, der in der Lage ist, konsequent eine Blutspur zu verfolgen. Diese Hunde werden seit tausenden von Jahren bei der Jagd für die Nachsuche von Wild eingesetzt und sind extra für diese Aufgabe gezüchtet worden.

Wesen & Charakter vom Hannoverschen Schweißhund

Ein Hannoverscher Schweißhund kann mit gutem Gewissen als guter Familienhund bezeichnet werden. Auch Kinder in der Familie werden mit diesem ruhigen und sanftmütigen Hund gut zurechtkommen. Dennoch ist dieser Hund als reiner Familienhund ungeeignet. Diese Haltungsform würde seiner eigentlichen Passion nicht gerecht werden. Erst wenn dieser Hund eine Fährte verfolgen kann, ist er wirklich in seinem Element und geht dieser Aufgabe ruhig und bedächtig nach. Dabei wird er begeistert laut bellen. Das ist der Grund, warum diese Hunde nur an Leute mit einer Schweißhundeführerausbildung abgegeben werden.

Durch tausende von Jahren Zucht haben Hannoversche Schweißhunde einen ungewöhnlich guten Geruchssinn entwickelt, der diese Hunde befähigt, sehr beharrlich eine Blutspur zu verfolgen, was bei der Nachsuche entscheidend ist. Das verletzte Wild soll ja so schnell wie möglich gefunden werden. Zu dem ungewöhnlich guten Geruchssinn des Hannoverschen Schweißhundes kommen andere Eigenschaften dazu, die ebenfalls durch diese spezielle Züchtung entstanden sind. Dazu gehören die Beharrlichkeit der Hunde, konsequent so eine Spur zu verfolgen, viel Ausdauer und die Bereitschaft, sehr gut mit dem Hundeführer zusammenzuarbeiten.

Diese Hunderasse ist ausdauernd, zäh und ungewöhnlich beharrlich bei der Jagd. Auch bei einem tagelangen Einsatz bleibt dieser Hund stets bei der Sache und verfolgt sein Ziel. Ein weiteres Merkmal ist die Intelligenz dieser Hunderasse: Die Hunde haben ein besonders gutes Gedächtnis und vergessen niemals, was sie einmal gelernt haben.

Auch wenn Hannoversche Schweißhunde innerhalb ihrer Familie sehr aufgeschlossen, freundlich und treu sind, ist es wichtig zu wissen, dass sie Fremden gegenüber immer zurückhaltend sein werden.

Ist ein Hannoverscher Schweißhund als Familienhund geeignet?

Als reiner Familienhund ist der Hannoversche Schweißhund nicht geeignet, obwohl es sich bei diesem Hund um ein sehr freundliches, leicht zu erziehendes und anpassungsfähiges, sehr intelligentes Tier handelt. Der Hund wäre trotz Bewegung und Spiel von seiner Mentalität her nicht ausgelastet, weil ihm seine Aufgabe, die Nachsuche bei der Jagd, fehlen würde.

Inhaltsverzeichnis

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Hannoverschen Schweißhundes

Hannovescher Schweißhund von der Seite

Oft wird diese Rasse mit dem Bayerischen Gebirgsschweißhund verwechselt.

Der Hannoversche Schweißhund erreicht eine Größe von 48 bis 55 cm und ein Gewicht von 25 bis 40 kg. Dabei ist es so, dass Rüden immer etwas größer und schwerer sind als Hündinnen. Für die Größe haben diese Hunde relativ kurze Läufe. Das ist aber gut so, denn sie sind bei der Suche immer mit der Nase dicht am Boden. Da haben sich die kurzen Läufe als Vorteil erwiesen. Der Hannoversche Schweißhund hat mittellange Hängeohren, die recht hoch am Kopf angesetzt sind.

Das Fell dieser Hunderasse ist kurz, sehr dicht und eher etwas derb von der Struktur her. Die Fellfarbe kann von hell fahlrot bis fast schwarz variieren. Die Hunde sind dabei immer gestromt.

Oftmals wird diese Hunderasse mit dem Bayerischen Gebirgsschweißhund verwechselt. Der Unterschied zum Bayerischen Gebirgsschweißhund besteht beim Hannoverschen Schweißhund aber in der Größe und im Gewicht. Für ihre Aufgabe mussten Bayerische Gebirgsschweißhunde kleiner und wendiger sein, was durch gezielte Zucht erreicht wurde.

Wie groß wird ein Hannoverscher Schweißhund?

Der Hannoversche Schweißhund gehört zu den mittelgroßen Hunderassen. Rüden werden etwas größer und schwerer als Hündinnen. Rüden erreichen meistens eine Widerristhöhe von 50 bis 55 Zentimetern und wiegen ungefähr 30 bis 40 Kilogramm, Hündinnen erreichen meistens eine Widerristhöhe von 48 bis 53 Zentimetern und wiegen dabei ungefähr 25 bis 35 Kilogramm.

Erziehung & Haltung des Hannoverschen Schweißhundes – Das gilt es zu beachten

Die optimale Erziehung des Hannoverschen Schweißhundes ist insofern ungewöhnlich, weil es sich in diesem Fall um eine Hunderasse handelt, die für eine ganz besonders Aufgabe gezüchtet worden ist, nämlich die Nachsuche. Diese Form der Erziehung kann insofern allenfalls mit der anderer Schweißhunderassen verglichen werden, nicht aber mit gewöhnlichen Haus- oder Wohnungshunden.

Der Verein Hirschmann, der bei der Vermittlung der Welpen eine Rolle spielt und diese Hunde nur an Menschen mit einer Schweißhundführerausbildung abgibt, hilft selbstverständlich auch dabei, diese Welpen so zu erziehen, dass sie später ihrer Aufgabe als Hunde für die Nachsuche auch gewachsen sind. Das gilt sowohl für Hunde, die später bei der Jagd eingesetzt werden als auch für die, die alternativ diese anspruchsvolle Aufgabe bei Verkehrsunfällen übernehmen können.

Diese Hunde sind im Prinzip leicht zu erziehen und von Natur aus freundlich und sehr lernwillig. Du wirst viel Freude daran haben, Deinen Welpen zu erziehen. Wichtig ist dabei für Dich, Dir klarzumachen, dass diese Hunde zwar Deine Führung braucht, aber nicht abgerichtet werden darf. Vielmehr wird diese Hunderasse mit vielen positiven Verstärkungen ausgebildet und braucht ein sehr tiefes Vertrauensverhältnis zu Dir als Hundeführer. Beim Verein Hirschmann kannst Du in der Zeit der Ausbildung diverse Prüfungen mit dem Hund ablegen. Das wird alles vom Verein für Euch organisiert.

Von der Haltung her ist es am besten, den Hannoverschen Schweißhund in einem Haus mit Garten zu halten, optimalerweise liegt dieses Haus an einem Waldrand, falls Du Jäger sein solltest. Mit einer kleinen Stadtwohnung wird diese Hunderasse nicht glücklich.

Wie viel kostet ein Hannoverscher Schweißhund?

Ein Welpe der Rasse Hannoverscher Schweißhund kostet beim Züchter ungefähr 850 Euro. Da diese Welpen ausschließlich über den Verein Hirschmann an passionierte Hundehalter mit einer Schweißhundführerausbildung abgegeben werden, dürfte die Wahrscheinlichkeit, so einen Hund auf anderem Wege zu finden, eher gering sein, aber in einem Tierheim oder bei einer Hundeschutz-Organisation zu schauen, ist natürlich dennoch möglich.

Ernährung des Hannoverschen Schweißhundes

Von der Ernährung her ist der Hannoversche Schweißhund unproblematisch und anspruchslos. Es spielt deshalb keine Rolle, ob Du Dich bei seiner Fütterung für Trockenfutter, Nassfutter oder aber fürs Barfen entscheidest. Entscheidend ist, dass der Hauptanteil des Futter Fleisch ist. Generell brauchen diese Hunde aufgrund der doch oft sehr anstrengenden Arbeitseinsätze ein Futter, dass das wieder ausgleicht. Das Hundefutter darf also ruhig fett- und eiweißreich sein. Dieses gleicht den Kräfteverbrauch solcher Einsätze wieder aus. Natürlich sollte auch das Futter dieser im Prinzip anspruchslosen Hunde genug Vitamine, Mineralstoffe, Kohlenhydrate und Ballaststoffe enthalten, denn das braucht jeder Hund für sein Wohlbefinden. Konservierungsstoffe sind im Hundefutter für keinen Hund gut, auch nicht für den Hannoverschen Schweißhund.

Wichtig ist, dass der Hund vor einem Einsatz in der Nachsuche nicht gerade viel gefressen hat, denn sonst besteht die Gefahr einer Magendrehung.

Nicht zu vergessen ist bei der Hundefütterung genug frisches Wasser. Das gilt übrigens vor allem für Zeiten, in denen der Hund seiner anspruchsvollen Aufgabe, der Nachsuche von Wild, nachgeht.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Hannoversche Schweißhunde haben eine Lebenserwartung von ungefähr 10 bis 14 Jahren. Sie sind nicht krankheitsanfällig, wenn sie artgerecht gehalten werden.

Wie alt wird ein Hannoverscher Schweißhund?

Im Durchschnitt wird ein Hannoverscher Schweißhund 12 Jahre alt. Die Lebenserwartung dieser Hunde liegt allgemein zwischen 10 und 14 Jahren.

Pflege des Hannoverschen Schweißhundes

Hannovescher Schweißhund Kopf

Die Rasse ist sehr pflegeleicht, doch sollte der Körper nach einem Einsatz kontrolliert werden.

Der Hannoversche Schweißhund gehört zu den Hunderassen, die im Prinzip ausgesprochen pflegeleicht sind. Es genügt, diese Hunde regelmäßig zu bürsten.

Wichtig ist es allerdings nach jedem Einsatz in der Nachsuche, den Hund gründlich zu untersuchen. Er könnte sich verletzt haben oder aber Dornen und andere Fremdkörper aufgelesen haben. Es kann auch nicht schaden, dabei genau nach den empfindlichen Ohren zu schauen.

Hannoverscher Schweißhund – Aktivitäten und Training

Da der Hannoversche Schweißhund ein Spezialist für die Nachsuche bei der Jagd oder aber im Straßenverkehr ist, braucht er kein weiteres Training dieser Art. Er wird regelmäßig für diese anspruchsvolle Aufgabe trainiert und erfüllt diese Aufgabe auch, wenn er im Einsatz ist.

Wie sich schon aus dieser Aufgabenstellung ergibt, brauchen diese Hunde viel Bewegung. Auch wenn Spaziergänge nicht ausreichen, sollten die Tiere selbstverständlich zwischen solchen Einsätzen genug Bewegung durch Spaziergänge oder im Garten bekommen. Sie eignen sich dabei im Prinzip für jede Form von Umgang mit dem Hund, sind freundlich und lernfähig.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Hannoverschen Schweißhundes

Wie sich bereits aus der vorausgegangenen Beschreibung dieser Hunderasse ergibt, ist der Hannoversche Schweißhund kein alltäglicher Hund, sondern eine ganz besondere Hunderasse. Er wurde für die Nachsuche gezüchtet und wird auch nur an Menschen abgegeben, die bereit sind, diese Aufgabe gemeinsam mit diesem Hund zu übernehmen.

Voraussetzung ist auch, dass der Eigentümer dieses Hundes bereit ist, Mitglied im Verein Hirschmann zu sein.

Nachteile des Hannoverschen Schweißhundes

Wenn Du Dich der anspruchsvollen Aufgabe gewachsen fühlst, als Schweißhundeführer mit Deinem Hannoverschen Schweißhund zu jeder Zeit zu arbeiten, muss das kein Nachteil sein. Ein Nachteil wäre es nur, wenn diese Aufgabe bei näherer Betrachtung nicht passend für Dich ist. Das gilt auch für Deine Familie, denn die Einsätze in der Nachsuche finden spontan bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter statt. Das kann nur mit einer Familie funktionieren, die auch dahinter steht.

Passt der Hannoverscher Schweißhund zu mir?

Bei dieser Hunderasse solltest Du Dir sehr genau überlegen, ob so ein Hund wirklich zu Dir passt. Der Hannoversche Schweißhund ist nicht irgendein Hund, sondern ein Spezialist in der Nachsuche bei der Jagd oder im Bereich von Verkehrsunfällen. Nicht nur der Hund braucht eine ganz spezielle Ausbildung, um diese Aufgabe erfüllen zu können, sondern auch Du selbst, denn Du bekommst nur so einen Welpen, wenn Du auch bereit bist, die dazu gehörende Schweißhundführerausbildung zu absolvieren.

Hannoverscher Schweißhund im Liegen

Der Hannoversche Schweißhund wird speziell zur Nachsuche gezüchtet, sodass der Halter sich dieser Aufgabe verpflichtet.

Das solltest Du Dir bei der Anschaffung so eines Hundes genau überlegen, denn Du legst Dich bei der Anschaffung so eines Welpen auf eine Zeit von mindestens zehn Jahren fest, in der Du diese Aufgabe mit diesem Hund übernehmen wirst, und das bei jedem Wetter, Tag und Nacht und vollkommen spontan. Auch Deine Familie sollte in diesem Fall voll hinter Deiner Aufgabe stehen. Es gehört im Falle der Familie auch dazu zu verstehen, dass dieser Hund auf nur einen Hundeführer fixiert sein wird und nicht jedes Familienmitglied wechselweise diese Aufgabe übernehmen kann.

Ansonsten hast Du mit diesem Hund einen sehr freundlichen und guten Familienhund im Haus, der auch Kinder gern hat. Er ist sensibel und leicht zu erziehen.

Selbst der Wohnort muss beim Hannoverschen Schweißhund an seine Aufgabe der Nachsuche angepasst sein. Er passt aus diesem Grund nicht in die Stadt und eine Etagenwohnung, sondern lebt am besten in einem Haus mit Garten an einem Waldrand oder einer vergleichbaren Umgebung.

Es ist deshalb wichtig, dass Du Dir vor dem Hundekauf noch einmal sehr genau überlegst, ob das alles auch zu Dir und ebenso zu Deiner Familie passt. Sprich am besten auch mit Deiner Familie darüber, damit sie Bescheid weiß und einverstanden ist. Wenn Du das alles mit einem klaren Ja beantworten kannst, lass Dich nicht davon abhalten, Dich um einen Welpen dieser Hunderasse zu bemühen.