Home Haustierbesitzer in Angst: Todesurteil für etliche Hunde aufgrund von Antibiotika-Verbot?

Haustierbesitzer in Angst: Todesurteil für etliche Hunde aufgrund von Antibiotika-Verbot?

von Michelle Holtmeyer
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EU-Tierarzneimittelverordnung 2019/6 strebt die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes im Tierbereich um 50 Prozent bis 2030 an. Die neue Verordnung soll bereits Ende Januar 2022 in Kraft treten. Der Beschluss bereitet zahlreichen Haustierbesitzern Angst, denn die Folgen für Tiere wären dramatisch, denn für zahlreiche Vierbeiner bedeutet ein solches Verbot ein Todesurteil. Vor allem in Deutschland wird über die Thematik gestritten.

Antibiotika sind Gang und Gäbe – sowohl in der humanitären als auch in der tierischen Medizin. Ein Problem, welches bei der längerfristigen oder häufigen Behandlung jedoch auftreten kann, ist, dass Keime Resistenzen gegen Antibiotika ausbilden. Dieses Problem tritt besonders häufig in der Massentierhaltung der Geflügel- und Schweinezucht auf. 

Dort werden Antibiotika regelmäßig ohne tierärztliche Empfehlung verfüttert, um die Gewichtszunahme der Tiere anzukurbeln. Da der Gesetzgeber innerhalb der Tiermedizin meist nicht zwischen Nutztieren und Haustieren unterscheidet, bedeutet eine Einschränkung der Antibiotikaverabreichung von Nutztieren auch dasselbe für unsere Hunde.

Reserve-Antibiotika nur für Menschen?

Im Fokus der EU-Tierarzneimittelverordnung 2019/6, die eine Reduktion des Antibiotikaeinsatzes im Tierbereich um 50 Prozent bis 2030 erreichen möchte, stehen sogenannte “Reserve-Antibiotika”. Der Einsatz von Reserve ist hingegen nur gestattet, wenn die ersten beiden Gruppen keinen Erfolg gezeigt haben. Das EU-Parlament fordert nun, diese Reserve-Antibiotika nicht mehr bei der Behandlung von Tieren anzuwenden. 

Agrarpolitiker Martin Häusling geht davon aus, dass von den 24 wichtigen Antibiotikaklassen 16 für Tiere gestrichen werden. Eine konkrete Liste gibt es aber aktuell noch nicht.

Podcast zum Thema Antibiotika-Verbot für Tiere

Denis Uwelius unterhält sich im edogs Podcast mit einer Tierärztin über dieses brisante Thema. Erfahre, welche Folge die Einschränkung für unsere Vierbeiner hätte:

Unmut wächst – an vielen Ecken

Der Unmut bei Tierärzten, Landwirten, Jägern und sogar bei Tierschützern über das angestrebte Verbot von wichtigen Antibiotika ebbt nicht ab.

Erst jüngst meldete sich auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) zu Wort. 

„Tieren eine notwendige antibiotische Behandlung zu verweigern ist tierschutzwidrig! Ein Verbot dieser Behandlungen trägt kaum dazu bei, Antibiotikaresistenzen zu vermeiden oder das Tierwohl bei Nutztieren zu verbessern. Hier sind in den jeweiligen Themenbereichen eigene Strategien zu verfolgen“, so Dr. Andreas Franzky, Vorsitzender der TVT. Deshalb unterstützt die TVT, ebenso wie der Deutsche Tierschutzbund, die Initiativen der Bundestierärztekammer (BTK) und des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), die sich gegen das Verbot aussprechen.

Was Pferde- und Hundehalter zu dem drohenden Antibiotika-Verbot sagen, erfährst Du in folgendem Video:

Online-Petitionen gegen das Antibiotika-Verbot

Peter Enzenhofer hat eine Online-Petition gestartet, mit der das EU-Parlament aufgefordert wird, den Antrag abzulehnen und so sicherzustellen, dass auch in Zukunft alle zugelassenen Antibiotika weiter zur Behandlung unserer Vierbeiner eingesetzt werden können.

Quelle: ntv, change.org

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