Home Welpen RatgeberDie ersten WochenSilvester mit Hund – Böllerfrei ins neue Jahr starten

Silvester mit Hund – Böllerfrei ins neue Jahr starten

von Michelle Breitenfeld
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Hundebesitzer kennen das Problem: Während die Menschen fröhlich feiern, leiden viele Tiere unter den lauten Geräuschen der Raketen und Böller. Sie winseln, zittern und laufen ruhelos durch die Gegend. Silvester mit dem Hund zu verbringen kann sich sehr schwierig gestalten. Erfahre hier, wie du deinem Vierbeiner das Neujahrsfest möglichst stressfrei gestaltest und welche konkreten Maßnahmen bei der Vorbereitung und am Silvesterabend helfen können.

Warum haben Hunde Angst an Silvester?

An Silvester werden die Sinne vieler Hunde auf eine harte Probe gestellt. Die plötzlichen, lauten Geräusche und grellen Lichter der Raketen sorgen oft für Überforderung. Hinzu kommt der fremdartige Geruch des Feuerwerks. All diese Faktoren wirken wie eine Reizüberflutung auf unsere Vierbeiner.

Empfindliches Gehör

Hunde hören deutlich besser als Menschen. Sie hören Frequenzen zwischen 15.000 und 50.000 Hertz. Zum Vergleich: Der Mensch hört zwischen 20 und 20.000 Hertz. Hunde nehmen also auch hohe Töne wahr, die für das menschliche Ohr gar nicht mehr hörbar sind. Die Geräusche von Böllern und Raketen werden von Hunden als eine Bedrohung wahrgenommen – ähnlich wie Gefahrensignale in der Natur.

Außerdem schlafen Hunde leichter – kleinste Geräusche können sie wecken. Während wir uns also nur über gelegentliches Knallen wundern, löst es bei manchen Hunden schon Angstreflexe aus. Einige Hunde reagieren dabei nicht nur auf die Lautstärke, sondern auch auf die plötzliche, unvorhersehbare Art der Geräusche – was instinktiv als Gefahr interpretiert wird.

Sensibler Geruchssinn

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss des Geruchssinns. Hunde besitzen 125 bis 220 Millionen Geruchszellen – der Mensch dagegen nur etwa 5 bis 20 Millionen. Der beißende Geruch des Schwarzpulvers und anderer Rückstände aus dem Feuerwerk kann für viele Hunde äußerst unangenehm sein und verstärkt zusätzlich Stress und Unwohlsein.

Hund liegt auf dem Boden, neben ihm liegt Silvesterdekoration

Wie erkenne ich, ob mein Hund Angst vor Silvester hat?

Die Reaktionen auf die ungewohnte Geräuschkulisse an Silvester können je nach Hund sehr unterschiedlich ausfallen – und selbst von Jahr zu Jahr variieren. Während sich einige Hunde unauffällig in eine Ecke zurückziehen, zeigen andere panische Symptome.

Typische Anzeichen für Angst beim Hund sind:

  • Unruhe
  • Appetitlosigkeit
  • Zittern
  • Starkes Hecheln
  • Angelegte Ohren
  • Geweitete Pupillen
  • Verstecken oder Fluchtverhalten
  • Winseln oder Jaulen
  • Teilnahmslosigkeit oder Erstarrung

Einige Hunde reagieren verzögert oder untypisch, z. B. durch plötzlich aggressives Verhalten oder übermäßiges Putzverhalten. Achte deshalb genau auf Veränderungen im Verhalten – besonders, wenn du weißt, dass dein Hund sensibel auf Reize reagiert.

Welches Beruhigungsmittel hilft meinem Hund an Silvester?

Am besten sprichst du rechtzeitig mit deinem Tierarzt, denn nicht jedes Mittel ist für jeden Hund geeignet. Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es auch natürliche Alternativen wie Bachblüten, CBD-Öl oder spezielle Ergänzungsfuttermittel. Wichtig: Früh genug ausprobieren, ob dein Hund es verträgt.

Wie solltest du mit der Angst deines Hundes umgehen?

Wenn dein Hund an Silvester Angst zeigt, ist es besonders wichtig, dass du ruhig bleibst und ihm Sicherheit gibst. Ein sachlicher, gelassener Umgang mit der Situation ohne Überfürsorglichkeit oder übermäßiges Trösten ist entscheidend – denn zu viel Zuwendung in einem ängstlichen Moment kann die Angst sogar verstärken, wenn der Hund daraus lernt, dass Angst erwünschtes Verhalten ist.

Hund an Silvester immer anleinen

Auch tagsüber kann Feuerwerk abgefeuert werden. Daher sollten Spaziergänge möglichst früh am Tag und an ruhigen Orten stattfinden – idealerweise abseits bewohnter Gegenden, etwa im Wald. Großstädte, stark belebte Plätze oder Wohnviertel mit viel Feuerwerk solltest du möglichst meiden.

Insbesondere an den Tagen rund um Silvester gilt: Immer anleinen! Auch ein sonst zuverlässiger Hund kann sich durch einen plötzlichen Knall erschrecken und entwischen. Für zusätzliche Sicherheit kannst du ein GPS-Tracker-Halsband nutzen.

Achte außerdem darauf, ob sich irgendwo Reste von Böllern, Knallkörpern oder Raketen befinden – insbesondere an beliebten Spazierwegen.

Gemeinsam ins Haus – und dort Gemeinschaft bieten

Sobald es dunkel wird und vermehrt Feuerwerk gezündet wird, solltest du mit deinem Hund bereits sicher im Haus sein. Wichtig ist, dass der Hund nicht allein gelassen wird – besonders nicht während der Hauptzeit des Feuerwerks. Die Präsenz der Bezugsperson gibt Sicherheit, gerade in angstbesetzten Situationen.

Fenster, Türen und Rollläden schließen

Um Geräuscheinflüsse und Lichtblitze so gut es geht abzuschirmen, empfiehlt es sich, Rollläden oder Vorhänge zu schließen sowie alle Fenster und Türen zu schließen. So wird zumindest der akustische und visuelle Stress für deinen Hund etwas gemindert, auch wenn er den Lärm nicht ganz ausblenden kann.

Gewohnte Geräusche erzeugen Sicherheit

Ein laufender Fernseher oder ein Radio mit ruhiger Musik kann helfen, störende Geräusche ein Stück weit auszublenden. Vertraute Hintergrundgeräusche vermitteln zusätzlich Normalität.

Wenn dein Hund klassische Musik mag, kann sie beruhigend wirken – achte aber auf eine moderate Lautstärke.

Beschäftigung & Ablenkung

Je nach Schweregrad der Angst kann auch Ablenkung helfen: Kauspielzeug, Leinensnacks oder gefüllte Futterspielzeuge (z. B. ein Kong mit Leberwurst oder Frischkäse) lenken nicht nur ab, sondern beschäftigen deinen Hund auch lange Zeit sinnvoll. Achte aber darauf, ob dein Hund überhaupt Futter annimmt – das ist bei Angst nicht immer der Fall.

Deine Haltung zählt

Zeige deinem Hund, dass du ruhig und sicher bleibst. Vermeide es, seine Angst zu kommentieren oder zu verstärken – etwa durch übermäßiges Streicheln oder Trostbekundungen. Du kannst präsent sein, ohne dramatisch zu reagieren. Dein Verhalten fungiert als Orientierung für das Tier.

Einem Hund werden die Ohren zugehalten, weil es zu laut ist

Darf der Hund Beruhigungsmittel bekommen?

Viele Hundebesitzer denken an Beruhigungsmittel als schnelle Lösung – vor allem bei starken Panikreaktionen. Doch Vorsicht: Einige dieser Mittel machen den Hund lediglich bewegungsunfähig, während das Angstgefühl bestehen bleibt. Das ist für ihn besonders quälend, weil der natürliche Fluchtimpuls unterdrückt wird.

Deshalb gilt: Niemals eigenständig Medikamente verabreichen. Sprich frühzeitig mit deinem Tierarzt über mögliche Optionen, vor allem wenn du bereits weißt, dass dein Hund stark auf Silvester reagiert. Auch pflanzliche Präparate – etwa mit Baldrian, Melisse oder CBD – solltest du vorab mit dem Tierarzt abstimmen. Wichtig ist auch, Beruhigungsmittel rechtzeitig vor Silvester zu testen, um unerwünschte Nebenwirkungen vorher erkennen und ausschließen zu können.

Darf mein Hund an Silvester Eierlikör bekommen?

Nein! Alkohol ist für Hunde giftig und kann schon in kleinen Mengen schwere Vergiftungen verursachen. Biete deinem Hund lieber hundefreundliche Snacks oder ein besonderes Kauknochen-Highlight an.

Wie kann Hundetraining bei Silvester-Angst helfen?

Silvesterangst lässt sich nicht immer mit einem Notfallplan lösen – vorbeugendes Training ist oft die nachhaltigste Methode. Viele Hunde, die Angst vor Feuerwerk haben, erschrecken auch bei anderen plötzlichen Geräuschen wie Gewitter oder Sirenen.

Mit gezieltem Desensibilisierungstraining kannst du deinen Hund schrittweise an die Geräuschkulisse gewöhnen – z. B. mit speziellen Audio-CDs oder Apps mit Feuerwerksgeräuschen. Wichtig dabei: Die Lautstärke langsam steigern und positiv verstärken, wenn der Hund ruhig bleibt. Wirkt dein Hund überfordert, reduziere die Intensität sofort wieder.

Manche Tiertrainer setzen ergänzend gezielte Methoden wie Gegenkonditionierung oder Verhaltenstherapie ein. Besonders bei ausgeprägter Geräuschangst empfiehlt sich die Begleitung durch einen erfahrenen Hundetrainer oder Verhaltenstherapeuten.

Hund versteckt sich vor Angst unter dem Sofa

Was hilft zusätzlich gegen Angst an Silvester?

Neben klassischem Training und der Vermeidung von Reizen gibt es verschiedene weitere Möglichkeiten, mit denen du deinen Hund unterstützen kannst:

  • Pheromonprodukte: Sprays oder Verdampfer mit DAP (Dog Appeasing Pheromones), z. B. Adaptil, sollen eine entspannende Wirkung entfalten – ähnlich dem natürlichen Duft von Mutterhündinnen.
  • Körperspannung & Druck: Produkte wie das Thundershirt oder Wickeltechniken (Body-Wrapping) sollen durch gleichmäßigen Druck ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.
  • TTouch-Methode: Spezielle Massage- und Berührungstechniken nach Linda Tellington-Jones, die darauf abzielen, Spannungen abzubauen.
  • Aromatherapie: Einige ätherische Öle wie Lavendel (tierärztlich abgestimmt!) können beruhigend wirken – nur nach Beratung und in sehr niedriger Dosierung einsetzen.

Denk daran: Nicht jede Methode funktioniert bei jedem Hund. Es kann hilfreich sein, verschiedene Ansätze im Laufe des Jahres auszuprobieren – und diejenigen beizubehalten, die sich für deinen Hund bewährt haben.

Urlaub mit Hund an Silvester – lohnt sich das?

Wer nicht nur dem Trubel entkommen, sondern seinem Hund echte Entspannung gönnen will, sollte über einen gemeinsamen Urlaub nachdenken. Der Ortswechsel in eine ruhigere Umgebung kann die Feiertage für dich und deinen Vierbeiner deutlich angenehmer machen.

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