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Fliegen mit dem Hund – Stress oder Urlaub?

von Felix Ortmann
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Mit Hund zu fliegen ist ein echtes Abenteuer – doch es gibt einiges zu beachten. In diesem Beitrag erfährst du, welche Voraussetzungen gelten, wie du deinen Vierbeiner optimal vorbereitest und welche Transportmöglichkeiten es gibt. So wird die Flugreise für dich und deinen Hund so angenehm wie möglich.

Welche Voraussetzungen muss mein Hund erfüllen?

Bevor die Reise beginnt, gibt es einige wichtige Punkte, die du beachten musst, denn nicht jeder Hund darf automatisch mit ins Flugzeug. Sowohl gesetzliche Anforderungen als auch spezielle Auflagen der Airlines müssen beachtet werden.

Welche Unterlagen brauchst du?

Dein Hund benötigt einen gültigen EU-Heimtierausweis, der die wichtigsten Informationen wie Mikrochip-Nummer und Impfungen enthält. Die Tollwutimpfung ist dabei in der EU verpflichtend – diese muss mindestens 21 Tage vor der Einreise erfolgt sein und noch gültig sein.

Zudem ist ein Mikrochip (Transponder) notwendig. Nur so kann dein Hund eindeutig identifiziert werden. Der Chip muss vor oder spätestens bei Ausstellung des EU-Heimtierausweises gesetzt worden sein.

Viele Fluggesellschaften verlangen zusätzlich ein aktuelles Gesundheitszeugnis vom Tierarzt, das bestätigt, dass dein Hund reisefähig ist. Dieses sollte maximal 10 Tage alt sein.

Wie alt muss der Hund sein?

Laut internationalen Richtlinien müssen Hunde mindestens 12 Wochen alt sein, um fliegen zu dürfen. Für Einreisen in bestimmte Länder wie die USA gilt sogar ein Mindestalter von 16 Wochen.

Gibt es Einschränkungen je nach Rasse?

Ja, einige Airlines schließen bestimmte Hunderassen vom Transport aus – vor allem Listenhunde (auch „Kampfhunderassen“ genannt). Dazu gehören unter anderem:

Bei der Lufthansa etwa gilt für diese Rassen ein Transportverbot oder eine Pflicht zum Transport in einem speziellen Sicherheitskäfig im Frachtraum. Auch stumpfnasige Hunde wie Mops, Bulldogge oder Shi Tzu sind besonders gefährdet, da durch Stress und hohe Temperaturen schnell Atemnot entstehen kann. Gerade bei Temperaturen über 27 °C raten Tierärzte, von Flugreisen abzusehen.

Hund ist in einer Transportbox im Flugzeug

Was muss ich als Hundebesitzer beachten?

Die Organisation der Reise liegt bei dir – und beginnt nicht erst am Flughafen. Eine gute Vorbereitung schützt deinen Hund vor Stress und gesundheitlichen Risiken.

Buche die Tickets rechtzeitig – auch für deinen Hund! Die Plätze für Tiere im Flugzeug sind oft begrenzt und nicht auf jedem Flug verfügbar. Zusätzlich solltest du dich über die Einreise- und Wiedereinreisebestimmungen des Ziellandes informieren. Dazu gehören beispielsweise Maulkorb- oder Leinenpflichten, Impfanforderungen oder Quarantänevorschriften. Hilfreiche Infos bietet das Auswärtige Amt oder direkt die Botschaft des Reiselandes.

Auch der Zoll und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) informieren auf ihren Webseiten über Bestimmungen rund um die Heimtier-Einfuhr in und aus Drittstaaten.

Wie lange vorher sollte ich am Flughafen sein?

Wenn du mit Hund fliegst, empfiehlt es sich, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein – besonders bei internationalem Flug. So hast du genug Zeit für den Check-In, die Übergabe des Hundes (bei Frachtraumtransport) und letzte Spaziergänge.

Wie bereitest du deinen Hund auf den Flug vor?

Je besser dein Hund an die Reise gewöhnt ist, desto stressfreier wird der Flug. Deshalb lohnt es sich, früh mit der Vorbereitung anzufangen.

Wie kannst du deinem Hund den Transport erleichtern?

Gewöhne deinen Hund vor der Reise an die Transportbox. Das gelingt am besten mit Trainingseinheiten zu Hause: Lege Leckerlis und Spielzeug hinein, belohne ruhiges Verhalten in der Box und verlängere die Aufenthaltszeit schrittweise. Ziel ist, dass dein Hund seine Box als vertrauten Rückzugsort wahrnimmt – keine Strafe!

Am Reisetag selbst sollte dein Hund ausreichend Auslauf bekommen – ein langer Spaziergang reduziert Stress und fördert das Ruheverhalten im Flugzeug. Verzichte außerdem auf eine große Futterration vor dem Flug, um Übelkeit zu vermeiden. Etwas Wasser – am besten über einen tropfsicheren Napf – sollte aber immer mit angeboten werden.

Tipp: Ein getragenes T-Shirt von dir sorgt für vertrauten Geruch in der Box und wirkt beruhigend auf viele Hunde.

Was sagt der Tierarzt?

Vor der Reise solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, um ein aktuelles Gesundheitszeugnis ausstellen zu lassen. Dabei kann auch beurteilt werden, ob dein Hund körperlich fit für eine Flugreise ist. Zudem kann der Tierarzt dich zu möglichen Beruhigungsmitteln beraten – hier gibt es jedoch geteilte Meinungen. Einige Wirkstoffe senken zwar die Reaktivität des Hundes, schränken aber auch Herz-Kreislauf-Funktionen ein. Besprich das individuell und rechtzeitig.

Welche Checkliste solltest du abarbeiten?

Damit du nichts vergisst, hilft eine Packliste. Typische Reiseutensilien für deinen Hund:

  • EU-Heimtierausweis mit Impfnachweisen
  • Transportbox, passend zur Größe des Hundes
  • Kontaktinformationen deines Tierarztes
  • Wasserflasche + Napf
  • Leine, Halsband mit Adressanhänger
  • Maulkorb
  • Futter für unterwegs (in kleinen Portionen)
  • Lieblingsspielzeug oder Decke
  • Erste-Hilfe-Set
  • ggf. Medikamente

Diese Utensilien kannst du in einem separaten Beutel zusammenfassen, um sie schnell griffbereit zu haben.

Flugzeug fliegt am Himmel

Wann ist die beste Reisezeit zum Fliegen mit Hund?

Optimal sind Frühling und Herbst bei gemäßigten Temperaturen. Verzichte auf Flüge bei großer Hitze (>27 °C) oder eisiger Kälte (<5 °C), da dies deinem Hund gesundheitlich sehr zusetzen kann – vor allem beim Warten auf dem Vorfeld oder im Frachtraum.

Kann ein großer Hund in der Kabine mitfliegen?

Viele Airlines erlauben die Mitnahme kleiner Hunde in der Kabine – jedoch nur unter strengen Vorgaben. Große Hunde hingegen müssen in der Regel im Frachtraum mitreisen. Es gibt nur seltene Ausnahmen.

Was sind die Kabinenanforderungen?

In der Regel dürfen Hunde nur in die Kabine, wenn sie inklusive Transporttasche maximal 8 kg wiegen. Die Box muss weich oder halbfest, bissfest, wasserundurchlässig und belüftet sein. Die Maße dürfen meist 55 x 40 x 23 cm nicht überschreiten.

  • Die Box darf keinen Sitzplatz blockieren.
  • Sie muss für Start, Landung und während des Flugs am Boden bleiben.
  • Der Hund darf die Box nicht verlassen.

Vor allem bei großen, aber leichten Hunden wie Windhunden kann sich eine individuelle Rücksprache mit der Airline lohnen. Manche Fluggesellschaften machen Ausnahmen, wenn medizinische oder therapeutische Gründe vorliegen (z. B. Assistenzhunde).

Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich immer, frühzeitig mit der Airline in Kontakt zu treten und nachzulassen, ob eine Sonderregelung möglich ist.

Hund ist in einer Transporttaschen im Flugzeug

Sind Zwischenstopps mit Hund problematisch?

Ja, bei Zwischenstopps steigt der Stress für den Hund – neue Umgebungen, längere Wartezeiten, erneutes Umladen beim Frachtraumtransport. Nach Möglichkeit sind Direktflüge die bessere Wahl. Falls du umsteigen musst, frage bei der Airline nach, wie dort mit dem Tiertransport verfahren wird.

Wie läuft das Fliegen mit Hund im Frachtraum ab?

Nicht alle Hunde dürfen in die Kabine – besonders große oder schwerere Hunde müssen im Frachtraum transportiert werden. Das ist mit mehr Aufwand verbunden, kann aber auch sicher und stressarm verlaufen, wenn du einige Dinge beachtest.

Was berichten Hundebesitzer über den Frachtraum?

Die meisten Hunde überstehen den Flug im Frachtraum gut – vor allem wenn sie vorher an die Box gewöhnt wurden. Dennoch berichten manche Hundehalter von Stressreaktionen wie Hecheln, Zittern oder Unruhe nach der Landung. In seltenen Fällen kann es sogar zu Kreislaufproblemen kommen.

Wichtig: Wähle möglichst eine Direktverbindung, um Stress durch das Umladen bei Zwischenstopps zu vermeiden. Achte auch auf die Flugzeit – Nachtflüge sind oft ruhiger.

Welche Sicherheitsstandards gelten?

Seriöse Airlines transportieren Tiere in druckregulierten, belüfteten Bereichen des Frachtraums. Die Temperaturen dort entsprechen meist denen in der Kabine. Trotzdem solltest du bei extremen Temperaturen (über 27 °C oder unter 5 °C) lieber auf andere Transportwege zurückgreifen.

Eine IATA-konforme Transportbox ist Pflicht. Diese muss stabil sein, einen wasserdichten Boden haben und dem Hund ermöglichen, sich aufzurichten, zu drehen und hinzulegen. Kennzeichne die Box gut sichtbar: mit deinem Namen, der Transportnummer und der Angabe „LIVE ANIMAL“. Außerdem sollte ein Wasserspender installiert sein, der nicht auslaufen kann und bei Turbulenzen hält.

Welche Airlines haben sich bewährt?

Viele Hundebesitzer machen gute Erfahrungen mit Lufthansa, KLM oder Air France – diese Airlines sind bekannt für tierfreundliche Standards. Achte darauf, ob eine Airline ein „Pet Travel Program“ anbietet oder wie viele Tiere pro Flug transportiert werden dürfen. Auch der Check-in-Prozess kann sich lohnen zu vergleichen: Manche Airlines bieten dir beim Frachtraum-Transport die Möglichkeit, den Hund bis direkt vorm Boarding zu begleiten.

Fliegen mit Hund - Frau hält leinen Hund auf dem arm in einem Flugzeug

Was kostet das Fliegen mit dem Hund?

Die Preise variieren je nach Airline, Route, Gewicht des Hundes und Transportart – Kabine oder Frachtraum.

Beispielpreise bei Lufthansa:

  • Hund in der Kabine (national): ca. 50 €
  • Hund im Frachtraum (national): 80–160 €
  • Europa-Flüge: Kabine ab 60 €, Frachtraum ab 100 €
  • Internationale Flüge: Kabine 70–110 €, Frachtraum 130–380 €

Assistenzhunde fliegen häufig kostenlos mit, benötigen aber eine vorherige Anmeldung und spezielle Nachweise.

Tipp: Beachte auch Zusatzkosten für Transportboxen oder Vet-Dokumente bei internationalen Reisen.

Müssen Hunde am Flughafen durch die Sicherheitskontrolle?

Ja. In der Regel musst du deinen Hund kurz aus der Box nehmen, während die Box separat durch das Röntgengerät läuft. Der Hund selbst wird dann manuell oder mit einem Metalldetektor kontrolliert.

Was solltest du dir merken?

Fliegen mit dem Hund ist möglich – vorausgesetzt, du bereitest dich und deinen Vierbeiner sorgfältig auf die Reise vor. Informiere dich frühzeitig über die Anforderungen deiner Airline, gewöhne deinen Hund an die Transportbox und plane genügend Zeit für Behördliches, Tierarzttermine und ein entspanntes Check-In ein.

Je informierter und gelassener du an die Reise herangehst, desto zuverlässiger spiegelt sich diese Ruhe auch bei deinem Hund wider. So wird aus der Flugreise kein Stress, sondern der Start in ein gemeinsames Abenteuer.

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