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Filly ein schwarzer ängstlicher Bub

Inseratstyp: Biete
Inserats-ID: 3190602
Einstelldatum: 11.10.2026
Inseratsaufrufe: 8
490 € Schutzgebühr
Dog Rescue & Resort
67551 Worms
Deutschland
Aktiv seit: 30.03.2022
Geprüfte Identität Geprüfte Identität
Tierheim/Tierschutz Tierheim / Tierschutz
Anbieter kontaktieren

3190602
490 €
11.10.2026
Mischlingshunde
Jack Russell Terrier
Mischling
Rüde
1 Jahr
Schwarz
Kroatien
Klein (bis 40cm)
  • nur für erfahrene Hundehalter
  • verträglich mit anderen Hunden
  • kastriert/sterilisiert
  • geimpft (mind. Pflichtimpfungen)
  • entwurmt
  • gechipt
  • mit EU-Heimtierausweis
  • aus dem Tierheim
  • Stubenrein
  • Tierschutzgesetz §11

Beschreibung

FILLY

Filly ist ein Bub, er ist laut Tierarztschätzung ca. 1 Jahr und 4 Monate alt (geb. 01.06.2025). Er ist ca. 35cm groß und wiegt ca. 10kg.
Er ist schwarz und wurde ohne Rute geboren. Welche Rassen in ihm stecken, wissen wir nicht. Vermutlich steckt unter anderem ein Jack Russell Terrier in ihm.

Manchmal gibt es diese Geschichten, die einem das Herz zerreißen, noch bevor man dem betreffenden Hund überhaupt begegnet ist. Fillys Geschichte begann für mich mit einem Video.

Man hatte mich um Hilfe gebeten. Eine Frau hatte Filly im Tierheim gefilmt und mir das Video geschickt. Als ich es sah, konnte ich nicht anders, als zu weinen. Dieser kleine Hund war so verängstigt, so schwer traumatisiert, dass er kaum noch etwas von seiner Umwelt wahrzunehmen schien. Menschen hatten ihm Gewalt angetan und ihn gedemütigt. Er traute sich nicht einmal, einem Menschen ins Gesicht zu schauen. Andere Hunde hatten ihn bereits attackiert und verletzt. Er hatte Bisswunden am Bein, ein verletztes Ohr und eine Angst, die größer zu sein schien als alles, was er noch an Lebenswillen in sich tragen konnte.

Ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Ich wusste nur, dass ich ihn nicht dort zurücklassen wollte.
Also sagte ich: „Ja, Filly kann zu mir.“ Am 03.07.2026 zog Filly bei mir ein.
Bei Dog Rescue & Resort gibt es das Haus von Pflegemama, ein Hundehaus mit acht Schlafzimmern wo Spezialfälle abgetrennt werden und eine umzäunte Freilauffläche. Ich wollte Filly zunächst einen geschützten Rückzugsort geben. Einen Platz, an dem er zur Ruhe kommen und langsam lernen sollte, dass ihm niemand mehr etwas Böses will. Doch Filly konnte nicht einfach zur Ruhe kommen. Er war gefangen in seiner Angst.
Er bekam ein eigenes Schlafzimmer mit direktem Zugang zu einem kleinen, umzäunten Außenbereich. Er hätte hinausgehen können. Er hätte sich bewegen, die Sonne spüren und seine Umgebung erkunden können. Aber er tat nichts davon. Wochenlang lag er in einer Ecke, den Kopf gegen die Wand gedrückt, und bewegte sich keinen Millimeter. Selbst das Fressen war für ihn eine unüberwindbare Herausforderung, sobald ein Mensch in seiner Nähe war. Ich brachte ihm mehrmals täglich sein Futter. Doch hätte ich den Napf auch nur einen Meter von ihm entfernt hingestellt, hätte er nichts angerührt. Er konnte erst fressen, wenn ich das Futter direkt neben ihm abstellte und anschließend wieder wegging. Erst wenn ich außer Sichtweite war, wagte er es, etwas zu essen. So groß war seine Angst vor Menschen. Selbst der Hunger war nicht stark genug, um diese Angst zu überwinden.
Ich kam mehrmals täglich zu ihm. Ich sprach mit ihm, sang für ihn und versuchte, ihm auf jede erdenkliche Weise zu vermitteln, dass er in Sicherheit war. Doch er wollte mich nicht einmal ansehen. Er wirkte, als wäre er gar nicht mehr richtig da.
Auch wenn andere Hunde ihn vorsichtig begrüßen wollten, versetzte ihn das nur noch mehr in Angst. Mehrmals täglich trug ich ihn die wenigen Meter nach draußen, damit er sich lösen konnte. Vor lauter Panik bekam er immer wieder Durchfall und kotete mich beim Tragen an. Er wehrte sich, kratzte mich und biss aus Angst. Draußen erledigte er sein Geschäft dagegen völlig normal, als wäre nichts gewesen. Und danach schoss er wie eine Rakete zurück in seine sichere Ecke.
Fünfeinhalb Wochen lang änderte sich nichts.
Fünfeinhalb Wochen, in denen ich hoffte, wartete und versuchte, zu diesem kleinen Hund durchzudringen. Irgendwann musste ich erkennen, dass es so nicht weitergehen konnte. Seine vertraute Ecke gab ihm zwar Sicherheit, aber sie hielt ihn auch vollständig von seinem Leben fern.
Also wagte ich einen neuen Versuch.
Wie immer trug ich Filly nach draußen. Doch diesmal schloss ich mit meinem Bein die Tür zu seinem Zimmer, sodass er nicht sofort in seine Ecke zurückrennen konnte. Ich ließ ihn im Flur in Ruhe und ging hinaus, ohne ihn weiter zu beachten.

Und dann geschah etwas, womit ich kaum gerechnet hatte.

Nach ungefähr einer Stunde kam Filly bis zur Mitte des Flurs. Er beobachtete uns. Dann rannte er zurück. Kurz darauf kam er wieder. Ein paar Schritte weiter, dann wieder zurück. Immer und immer wieder. Unzählige Male wiederholte er dieses kleine Ritual. Für einen anderen Hund wäre es nichts gewesen. Für Filly war jeder einzelne Schritt ein Kampf gegen eine Angst, die ihn wochenlang vollständig beherrscht hatte.

Am Abend war er völlig erschöpft. Ich öffnete ihm seine Tür, und er verbrachte die Nacht wieder in seiner vertrauten Ecke.

Am nächsten Morgen begann alles von vorn.

Diesmal schaffte Filly es bis ans Ende des Flurs. Er beobachtete mich, die anderen Hunde und das Haus, dessen Tür weit offen stand. Er ging vor und zurück, prüfte die Situation und nahm all seinen Mut zusammen.

Und plötzlich rannte er los.
Wie ein Blitz lief er ins Haus hinein.

Von diesem Moment an wollte er nie wieder in sein altes Zimmer zurück. Obwohl die Tür offen stand und seine vertraute Ecke jederzeit auf ihn wartete, war dieser Ort für ihn offenbar Vergangenheit. Es war, als hätte Filly selbst beschlossen, dass er diese Tür nun hinter sich lassen wollte.

Er wollte nicht länger nur überleben.
Er wollte am Leben teilnehmen.
Und genau das begann er von diesem Tag an zu tun.

Heute ist Filly immer noch ein ängstlicher Hund. Aber er ist kaum wiederzuerkennen.

Wenn seine Pflegemama draußen auf dem Grundstück unterwegs ist, wird aus dem stillen, zurückgezogenen Hund ein aktiver, verspielter kleiner Kerl. Er möchte dabei sein, möchte beschäftigt werden und folgt seiner Bezugsperson am liebsten überallhin. Allein draußen bleiben möchte er nicht. Dann läuft er seiner Pflegemama lieber direkt wieder ins Haus hinterher.

Drinnen dagegen ist Filly ein ruhiger Mitbewohner. Er ruht viel und macht sich meist kaum bemerkbar. Wenn er etwas hört oder etwas möchte, meldet er sich. Sein Bellen klingt dabei eher wie ein kleines Quietschen.

Filly lebt immer mit mindestens zehn anderen Hunden zusammen. Neue Hunde werden von ihm sofort akzeptiert. Gelegentlich ärgert er draußen einzelne Hunde, wobei sich nicht immer eindeutig erkennen lässt, ob er spielen möchte oder den betreffenden Hund nicht so gern mag. Das kommt nur selten und nur bei bestimmten Hunden vor. Seine zukünftige Familie sollte deshalb bereit sein, seine Körpersprache aufmerksam zu beobachten. Wenn er auf der Couch ist und ein Hund dazu möchte, zeigt er auch eine eifersüchtige Seite. Deshalb wäre auch ein Einzelplatz gut denkbar. Er braucht nicht unbedingt einen Hund wenn er seinen Menschen mag. Wenn andere Hunde bereits auf der Couch sind, legt er sich problemlos dazu.

Und dann gibt es Fillys Lieblingszeit: den Abend.

Wenn er auf das Sofa oder ins Bett darf, zeigt er eine Seite, die man nach seiner Vergangenheit kaum für möglich gehalten hätte. Dann sucht er regelrecht die Nähe seines Menschen, kuschelt sich an und entspannt sich vollständig. Plötzlich möchte dieser kleine Hund ganz nah sein. Dann verteilt er seine Küsschen und genießt die Geborgenheit, nach der er sich so lange nicht zu sehnen wagte.

Es sind diese Momente, die zeigen, wie viel Vertrauen in ihm inzwischen wieder wachsen konnte. Er hat nicht vergessen, was ihm angetan wurde. Aber er beginnt zu begreifen, dass Nähe auch schön sein kann. Dass Hände streicheln können. Dass ein Zuhause ein Ort sein darf, an dem man sich fallen lassen kann.

Trotz seiner Fortschritte erschrickt Filly noch immer bei unerwarteten Bewegungen und Geräuschen. Wenn er fremde Menschen hört, bleibt er zunächst im ersten Stock und traut sich nicht nach unten. Doch von Woche zu Woche wird er mutiger. Ganz langsam, in seinem eigenen Tempo.

Filly kennt das Laufen an der Leine noch überhaupt nicht. Deshalb braucht er für die erste Zeit unbedingt einen ausbruchsicheren Garten, in dem er sich lösen und bewegen kann. Er verrichtet seine Geschäfte draußen, wenn man ihn regelmäßig hinausbringt.

Für Filly suchen wir eine fröhliche, ruhige und positive Frau, an der er sich orientieren kann. Eine Frau mit Erfahrung mit Angsthunden, die seine Körpersprache lesen kann, seine Grenzen respektiert und nicht erwartet, dass er sich von heute auf morgen in einen unbeschwerten Hund verwandelt.

Filly ist ausdrücklich kein Hund für Anfänger. Er braucht Menschen, die verstehen, dass Vertrauen nicht eingefordert werden kann. Dass Fortschritte manchmal winzig sind. Und dass ein Rückschritt nicht bedeutet, dass alles umsonst war.

Wer Filly adoptiert, bekommt keinen Hund, der vom ersten Tag an fröhlich auf jeden Fremden zuläuft. Man bekommt einen Hund, der Zeit braucht. Der vielleicht zunächst Abstand hält. Der sich bei neuen Geräuschen zurückzieht und in ungewohnten Situationen noch nicht weiß, wie er reagieren soll.

Aber man bekommt auch einen Hund, der nach fünfeinhalb Wochen in seiner Ecke plötzlich den Mut fand, einen Flur entlangzulaufen. Einen Hund, der selbst entschieden hat, seine alte Welt hinter sich zu lassen. Einen Hund, der heute spielt, seine Pflegemama begleitet und abends ganz selbstverständlich Nähe sucht.

Filly hat gelernt, dass das Leben vielleicht doch lebenswert ist. Jetzt braucht er einen Menschen, bei dem er lernen darf, dass es auch für immer schön bleiben kann.

Vielleicht wird er nie der Hund sein, der jeden Besucher begeistert begrüßt. Vielleicht wird er immer ein wenig vorsichtiger bleiben als andere Hunde. Aber er hat bereits so viel geschafft. Und wir wünschen uns für ihn jemanden, der nicht darauf schaut, was er noch nicht kann, sondern sieht, wie weit er schon gekommen ist.

Jemanden, der ihm die Zeit gibt, die er braucht. Der seine kleinen Fortschritte feiert und ihm auch an schwierigen Tagen Sicherheit schenkt.

Filly hat sich zurück ins Leben gekämpft. Bitte lass ihn nicht den Rest seines Lebens darauf warten müssen, endlich anzukommen.
Weitere Informationen
§11 Erlaubnis des Tierschutzgesetzes / Bundespräsidium Tübingen

Vermittlungen von Hunden aus Kroatien
Impressum
Dog Rescue & Resort,
Popovic brdo 1a,
47000 Karlovac, Kroatien

Standort

67551 Worms
Nationalflagge DeutschlandDeutschland

Anbieter

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67551 Worms
Deutschland
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www.dog-rescue-resort.de

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