Die Aujeszky-Krankheit, auch als Pseudowut bekannt, sorgt aktuell für Alarmstimmung bei Tierhaltern und Jägern. Was für Wildschweine oft unbemerkt bleibt, endet für Hunde innerhalb kürzester Zeit grausam und immer tödlich. Ein aktueller Fall aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt, wie schnell die Infektion zuschlagen kann.
„Der schlimmste Hundetod“: Ein tragischer Beispielfall
Anja Blank, Geschäftsführerin des Landesjagdverbands MV, verlor innerhalb weniger Tage gleich zwei ihrer Hunde. Der Verlauf der Krankheit war brutal: Was mit leichtem Kopfkratzen begann, entwickelte sich über Nacht zu einem unerträglichen Juckreiz, bis die Tiere vor Schmerzen und zentralnervösen Störungen erlöst werden mussten. Von den ersten Symptomen bis zum Tod vergingen oft weniger als 24 Stunden.
Das unsichtbare Virus im Unterholz
Auslöser ist ein Herpesvirus, das im Schwarzwildbestand schlummert. Schätzungen zufolge ist etwa jedes fünfte Wildschwein infiziert. Das Tückische: Die Schweine zeigen oft keine Symptome, sind aber lebenslang Träger und unter Stress hochinfektiös.
So stecken sich Hunde an:
Direkter Kontakt mit Wildschweinen (z.B. bei der Jagd).
Aufnahme von Sekreten wie Speichel, Blut oder Augenausfluss.
Trinken aus Suhlen oder Pfützen, in denen sich infizierte Tiere aufgehalten haben.
Kontakt mit rohen Innereien oder Fleisch von infizierten Schweinen.
- Leinenpflicht im Wald ernst nehmen: Lass deinen Hund in wildschweinreichen Gebieten nicht frei laufen.
- Suhlen und Pfützen meiden: Verhindere, dass dein Hund aus Wasserstellen trinkt, die von Wildschweinen genutzt werden könnten.
- Kein rohes Schweinefleisch verfüttern: Gib ihm niemals rohes Fleisch oder Innereien vom Wildschwein oder Hausschwein.
- Symptome sofort erkennen: Extremer Juckreiz, Erbrechen oder Wesensveränderungen nach einem Waldgang sind Notfälle – fahre sofort zum Tierarzt!
Warum gibt es keinen Impfstoff?
Obwohl die Forderungen nach einer Impfung laut werden, gibt es aktuell keine Lösung für Hunde. Studien zeigen, dass Hunde keinen zuverlässigen Schutz gegen das Virus aufbauen. Zudem ist die Impfung bei Hausschweinen in Deutschland verboten, um den Status „Aujeszky-frei“ für den internationalen Handel nicht zu gefährden. Für Menschen ist das Virus übrigens völlig ungefährlich.
Ein völliger Schutz vor der Pseudowut ist laut Experten unmöglich. Gerade in den Winter- und Frühlingsmonaten, wenn das Schwarzwild unter Stress steht, steigt die Infektionsgefahr. Hundehalter sollten das Risiko nicht unterschätzen und präventiv handeln, denn eine Heilung für infizierte Tiere gibt es nicht.
Quelle: Nordkurier







