Erste Badeverbote in Niedersachsen ausgesprochen
Das warme Wetter sorgt bereits im Mai für eine schnelle Erwärmung der Gewässer. Das niedersächsische Landesgesundheitsamt überwacht im Badegewässer-Atlas die aktuelle Wasserqualität von insgesamt 270 Badeseen.
Am Großen Ricklinger Teich in Hannover, genauer gesagt im Ricklinger Bad, wurde aufgrund einer Massenentwicklung von Blaualgen bereits ein offizielles Badeverbot erlassen. Besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit ist zudem am Inselsee in Scharnebeck im Landkreis Lüneburg geboten. Zeigt das Wasser dort eine grün-blaue Trübung und sind die eigenen Füße im flachen Wasser nicht mehr zu erkennen, sollte der See gemieden werden.
Warum Blaualgen für Hunde so gefährlich sind
Bei den sogenannten Blaualgen handelt es sich biologisch nicht um Algen, sondern um Cyanobakterien. Diese vermehren sich bei hohen Wassertemperaturen rasant. Sie verfärben das Wasser bläulich-grün und können einen unangenehmen Geruch nach faulen Eiern entwickeln. Während die Bakterien beim Menschen vor allem Hautreizungen, Übelkeit oder allergische Reaktionen auslösen, bedeuten sie für Hunde akute Lebensgefahr. Hunde nehmen das giftige Wasser beim Schwimmen, beim Trinken oder beim anschließenden Ablecken des Fells auf. Die enthaltenen Toxine können zu schweren Lebervergiftungen und neurotoxischen Schäden führen, die für die Tiere oft tödlich enden.
Symptome einer Blaualgenvergiftung beim Hund
Hundebesitzer sollten nach dem Aufenthalt am Wasser genau auf das Verhalten ihres Tieres achten. Typische Symptome einer Vergiftung durch Cyanobakterien sind Erbrechen, Appetitlosigkeit und extreme Apathie. Auch gelb verfärbte Schleimhäute im Maul des Hundes sind ein ernstes Warnsignal. Da die Giftstoffe sehr schnell wirken, müssen Betroffene bei den ersten Anzeichen sofort einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen. Als vorbeugende Maßnahme gilt: Hunde sollten bei anhaltender Hitze generell nicht aus unbeaufsichtigten Seen oder stehenden Gewässern trinken.
Regelmäßige Kontrollen während der Badesaison
Die offiziellen Behörden überwachen die Situation kontinuierlich. Vom 15. Mai bis zum 15. September prüfen die regionalen Gesundheitsämter die Wasserqualität der Badeseen im Abstand von mindestens 30 Tagen. Dabei untersuchen Hygiene-Inspektoren die Gewässer auf Bakterien, den pH-Wert, die Temperatur und führen optische Kontrollen auf Blaualgen durch. Da sich die Situation bei anhaltendem Sommerwetter jedoch täglich und lokal stark verändern kann, bleibt die Aufmerksamkeit der Hundehalter der beste Schutz für die Vierbeiner.
Quelle: www.ndr.de

