Jontar - (Dringend Pflegestelle oder Zuhause gesucht) Die Geschichte, die keiner liest
Mischlingshunde
Mischling, Rüde, 5 Jahre
Tierheim bei Rom -
Update Mai 2026 - Manchmal gibt es Momente, die sich für einen Hund wie ein Neuanfang anfühlen. Für Jontar war dieser Moment der Umzug in den Sicheren Hafen. Nach all den Jahren hinter Gittern durfte er endlich seinen Betonzwinger verlassen. Ja, auch der Sichere Hafen ist noch ein Tierheim. Aber es ist ein Ort mit mehr Raum, mehr Nähe, mehr Möglichkeiten und vor allem mehr Leben als die kalten Gitterstäbe, die so lange seine Welt waren.
Und Jontar? Er zeigt jeden Tag, was für ein wunderbarer Hund in ihm steckt. Er kommt gerne zu den Menschen, sucht die Nähe und genießt jede Streicheleinheit. Seine sanften Augen verraten dabei oft mehr als tausend Worte. Trotz allem, was er nicht kennenlernen durfte, begegnet er seiner neuen Umgebung mit einer beeindruckenden Offenheit. Besonders schön: Jontar versteht sich mit wirklich allen. Ob Hündinnen, Rüden oder sogar Katzen – er begegnet ihnen freundlich und unkompliziert.
Auch an der Leine macht er seine Sache großartig. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, wie wenig dieser Hund von der Welt kennenlernen durfte. Und trotzdem läuft er so entspannt und selbstverständlich mit, als hätte er nie etwas anderes getan. Jontar kennt noch längst nicht alles. Viele Dinge sind für ihn neu. Aber er meistert jede Situation mit einer Ruhe und Lernbereitschaft, die einfach begeistert. Ehrlich gesagt: Für einen Hund mit seiner Geschichte könnte es kaum besser laufen.
Jontar zeigt jeden Tag, dass er bereit ist. Bereit für mehr Nähe. Bereit für neue Erfahrungen. Bereit für ein Zuhause, das ihm endlich die Liebe schenkt, auf die er so viele Jahre warten musste. Und vielleicht wartet genau dieses Zuhause schon irgendwo auf ihn.
Update Januar 2026 - Die Geschichte, die keiner liest
Neuer Tag. Kein Name. Kein Blick bleibt auf mir hängen. Mein Fell stumpf, mein Körper schwer. Was Hoffnung war, ist jetzt zu viel auf den Knochen, zu wenig auf der Seele. Die Tage tropfen vom Zwingerboden, immer tiefer, wie kalter Regen an Beton.
Liebes Leben, ich weiß nicht, ob dich jemals jemand liest. Aber ich schreibe das hier trotzdem. Vielleicht ist irgendwo draußen jemand, der meinen Namen ausspricht – wenigstens einmal, laut oder im Kopf, einfach so, damit ich für einen Moment existiere. Sie sagten zu mir: „Wart ab, irgendwann kommt deine Familie.“ Und ich habe gewartet. Jeden einzelnen Tag. 365 Tage. 730. Jetzt geht es auf 1500 zu. Tag für Tag habe ich das Licht der Jahreszeiten gezählt, die Kälte im Zwingerboden gespürt. Ich habe gelernt, mich leise zu machen, damit man mich nicht übersieht ... aber vielleicht war ich irgendwann zu leise und bin einfach verschwunden.
Zwei Monate alt. Eine Box. Beton statt Wiese. Das erste Jahr vergeht. Das zweite. Das dritte. Das vierte. Niemand fragt nach mir.
Hunde kommen, Hunde gehen. Sie holen Jozefina, meine Schwester. Sie lacht auf Fotos. Ich nicht. Ich bleibe zurück, runder, stiller, müder. Aber manchmal frage ich mich, wann endlich mein Bild zum Lieblingsbild von jemanden wird.
Meine Freunde Jacoby und Betsy. Wir teilen das Warten, aber nicht die Hoffnung. Was einmal Welpenmut hieß, ist jetzt ein unsichtiger, dicker Hund mit ruhigen, traurigen Augen. Die Jahre haben mir die Muskeln genommen und Mut und fast die Stimme. Wer hinsieht, sieht zu viel Gewicht und zu wenig Glanz.
Ich mache alles richtig. Ich dränge mich nicht vor, belle nicht, halte durch. Ich lasse mir vorsichtig das Halsband anlegen, folge tapfer, stehe leise da. Die Tierschützer sagen, ich sei folgsam, sanft, vorsichtig hoffnungsvoll – aber ich frage mich: Liest das überhaupt jemand? Oder ist auch das nur ein Satz, der im Aktenordner landet?
Darf ich dich was fragen, du da draußen? Warum war ich nie der, auf den jemand gewartet hat? Warum wurde ich unsichtbar? Ich will doch einfach nur ankommen. Spüren, wie mein Herz leise wird, weil es nicht mehr so sehr weh tun muss. Ich will wissen, wie es ist, wenn das eigene Leben wirklich beginnt – und nicht nur weitergeht, immer hinter Gittern, Tag für Tag, Jahr für Jahr.
Wenn du mich liest – wirklich liest –, dann pass bitte auf, dass ich dir nicht zu schnell wieder entgleite. Ich bin Jontar. Ich habe dich mein ganzes Leben lang gesucht.
Und ich hoffe immer noch, dass auch meine Geschichte endlich jemand zu Ende liest.
Vielleicht schreibst du ja das Happy End.
Update August 2024 - Jontar - Bitte, bitte helft uns! Es bricht uns das Herz mitansehen zu müssen, wie im Hundelager aus einer Schar Welpen erwachsene Hunde werden, irgendwie unter dem Radar. Anders als dass das hübsche Rudel übersehen wurde, können wir es uns nicht erklären, dass die allerliebsten Geschwister Jontar, Jorik, Jacoby, Jorina und Julinda - 3 Rüden, 2 Mädels - nach fast drei Jahren noch immer in diesem furchterregenden Canile eingesperrt sind. Einzig ihre Schwester Jozefina, jetzt wird sie Josy genannt, wurde im Dezember 2023 von einer dieser weltbesten Familien adoptiert und lebt nun glücklich und geliebt in ihrem Zuhause. Vielleicht mögen Sie ihr Happy End https://bb.pro-canalba.eu/happyend/disphund?hund=6242 lesen?
Jontar und seine Geschwister würden genauso gern wie Jozefina die weite Welt kennenlernen: Gras unter den Füßen, liebe Menschen um sich, täglich schöne Spaziergänge, viel gutes Futter und dazwischen mal ein Leckerlie; und endlich mal etwas lernen dürfen, oder einfach nur in der Sonne liegen im Wissen, dass nichts passieren kann, außer der neue Lieblingsmensch würde mit der Leine in der Hand zu einem Streifzug durch Feld und Wald einladen. Das sind eigentlich bescheidene Wünsche, die wir für Jontar, Jorik, Jacoby, Jorina und Julinda hegen, oder nicht?
Unser wunderbarer Jontar wird jetzt, im August 2024, drei Jahre alt. Bislang hat er alles verpasst, was ein Hund in der Welpenzeit, im Junghundealter und nun als erwachsener Hund kennenlernen sollte. Oder das Recht hat, kennenzulernen. Aus diesem Grund werden er und seine Menschen im neuen Zuhause anfänglich etwas Geduld und Zeit brauchen. Die mit uns befreundeten Tierschützer, die Jontar Anfang August 2024 besuchen durften, beschreiben Jontar als sehr lieb und neugierig. Die Leine grusle ihn ein wenig, aber kein Wunder, er kennt das Gehen an der Leine ja auch nicht. Man habe Jontar angemerkt, dass er den Umgang mit (freundlichen) Menschen nicht gewohnt sei. Er habe zu Beginn des Besuches etwas zurückhaltend gewirkt, sei aber schon nach kurzer Zeit aufgetaut - seine Neugierde ist offenbar stärker als die Angst, es könnte etwas Unangenehmes geschehen. Und siehe da, nach ein paar Minuten ließ er sich sogar anfassen und muss laut den Aussagen der Tierschützer die Streicheleinheiten so richtig genossen haben.
Der langen Rede kurzer Sinn: Jozefina hat allen gezeigt, was in der J-Familie steckt. Liebe, freundliche Hunde, die bei liebevollen Menschen mit etwas Hundeerfahrung und Hundeverstand zu blühen beginnen. Jontar ist bereit für das richtige Leben. Und wartet nur noch auf SIE! Jontars Vermittlerin freut sich jedenfalls auf Ihren Anruf.
Update August 2023 - Jacoby , Jontar, Jorik, Jorina, Jozefina und Julinda, einst 6 niedliche, kleine, unschuldige Hundekinder, die in der Hundehölle landeten. Nun, während ich diese Zeilen schreibe, liegt an einem regnerischen trüben Sonntag ein wundervoller Rüde neben mir, der das gleiche Schicksal hatte. Er musste 8 lange Jahre in grauer, trister Gefangenschaft ausharren, bevor er das Leben kennenlernen durfte. Er ist wunderbar, ein Traumhund, der mir jeden Tag mehr über das Leben beibringt, als ich das ihm je könnte. Ich mag mir nicht ausmalen, was ihm in seiner Vergangenheit dort widerfahren sein mag, aber ich möchte nicht, dass diesen 6 wundervollen Geschwistern das gleiche Schicksal droht.
Die 3 Jungs und die 3 Mädchen sind mittlerweile erwachsen, ihre Welpenniedlichkeit konnte keinen von ihnen retten. Allein das ist traurig genug. Umso nachdenklicher stimmt es beim Ansehen der Fotos und Videos, dass sie sich nicht aufgegeben haben. Sie sind weiterhin lustige, freundliche Wesen, die unsere Tierschützer vor Ort freudig empfangen. Sonnenscheine in einer trostlosen Umgebung. Wie also kann es sein, dass alle 6 dort noch vor sich hinvegetieren müssen, anstelle im eigenen Zuhause gute Laune zu verbreiten?
Bislang sind die Geschwister noch nicht kastriert. Aus diesem Grund wurden sie getrennt. Die Schwestern in einem Zwinger, die Brüder in einem anderen. Gemein bleibt ihnen, dass sie nichts von der Welt kennen. Kein Grass unter den Pfoten, keinen gemütlichen Rückzugsort, keine streichelenden Hände, keine Fürsorge. Unfassbar? Ja, das ist es!
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Es war ein heißer Sommertag, als Ende August 2021 Jontar und seine Geschwister Jacoby, Jorik, Jorina, Jozefina und Julinda das Licht der Welt erblickten. Sie waren gerade einmal zwei Monate alt, als sie bereits ins Hundelager gebracht wurden. Ob ausgesetzt oder frei geboren und aufgegriffen, wissen wir nicht. Unverschuldet fristen sie ihr Dasein an diesem grausamer Ort. Verbringen ihre Tage auf kaltem Beton, in unendlicher Trostlosigkeit und erfahren keinerlei menschliche Zuwendung. Auch medizinische Versorgung gibt es dort nicht.
Der Besuch der Tierschützer war ein Highlight für Jontar und seine Geschwister. Alle sind sehr gesellig und lieb. Wir hoffen, dass sie hier nicht aufwachsen müssen Sondern schnell eine eigene Familie finden, in der sie in Sicherheit aufwachsen können.
Besuchen Sie Jontar auch auf unserer Homepage www.pro-canalba.eu
https://www.pro-canalba.eu/unsere-hunde/hundebeschreibung/?hund=Jontar_6239
Weitere Informationen:
Alter: geb. 25.08.2021
Schulterhöhe: ca. 62 cm
Kastriert: ja
Krankheiten: keine bekannt, gechipt, geimpft
Schutzgebühr: 390 € + 125 € Transportkostenbeteiligung
Vermittlung: Bundesweit, A, CH
Aufenthaltsort: Italien
Organisation: pro-canalba e.V.
Ansprechpartner: Daniela Koenemann
eMail: daniela.koenemann@pro-canalba.eu
Telefon: 0176 - 24 63 36 19
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Tierheim / Tierschutz