American Staffordshire Terrier, Rüde, 9 Jahre
Tierheim bei Rom -
2018. Ein Kind. Ein Jahr alt, vielleicht nicht einmal das. Staffordshire-Mix, kompakt, Kraft in den Schultern, Neugier in den Augen. Zorro kam ins Hundelager, als er noch nichts wusste. Nicht, was Beton ist. Nicht, was Warten heißt. Nicht, dass Türen, die zugehen, manchmal jahrelang zu bleiben. Er dachte, das hier sei ein Zwischenstopp. Hunde denken das. Immer.
März 2020. Zwei Jahre Zwinger. Dann kam die Chance: Zorro durfte auf unsere Homepage. Wir schrieben über ihn: „Gut und liebevoll im Umgang mit Menschen. Leinenführig." Und darunter, unausgesprochen, aber jeder hat es gelesen: Wir finden dir ein Zuhause. Ein Versprechen. Wir haben es gegeben. Zorro konnte es nicht lesen. Aber er hat es gespürt. Hunde spüren Versprechen. Sie glauben daran, ohne Wenn und Aber. Der Lagerbetreiber fügte hinzu: „Gegebenenfalls nicht verträglich mit anderen Hunden." Gegebenenfalls. Ein Wort, das ihn einen Einzelzwinger kostete. Niemand hatte es getestet. Niemand durfte es testen. Das Wort blieb stehen. Und Zorro blieb allein.
2021. Ein Jahr auf der Homepage. Zorro stand am Gitter, wenn Schritte kamen. Er stand noch, wenn sie längst vorbei waren. Andere Hunde wurden abgeholt. Andere Hunde bekamen Namen gerufen. Zorros Name? Stand auf einer Seite im Internet. Gelesen. Weitergescrollt. Ein Staffordshire, hieß es. Nicht verträglich, vielleicht. Vielleicht reicht, um weiterzuklicken.
2022. Zwei Jahre auf der Homepage. Vier Jahre Beton. Zorro war fünf. Das Alter, in dem Hunde am liebsten laufen, spielen, die Welt umschmeißen. Zorros Welt ließ sich nicht umschmeißen. Sie war aus Stahl und Beton. Er lief trotzdem. Zwei Meter hin, zwei Meter zurück. Tausendmal am Tag. Zehntausendmal im Monat. Rechnen Sie es nicht aus. Es tut weh.
2023. Drei Jahre auf der Homepage. Zorro wurde nicht schwieriger. Er wurde nicht böse, nicht scheu, nicht verrückt. Er blieb freundlich. Blieb sozial. Blieb der Hund, der jedem Menschen entgegenkam, als sei genau dieser der Richtige. Jeden Tag ein neuer Anlauf. Jeden Tag derselbe Ausgang. Wer das sechs Jahre lang aushält, ohne zu zerbrechen, hat mehr Charakter als die meisten von uns.
2024. Vier Jahre auf der Homepage. Die Einzelbox wurde nie hinterfragt. „Gegebenenfalls nicht verträglich" stand da noch immer. Wir durften nicht testen. Wir wissen es bis heute nicht besser. Zorro hat in acht Jahren keinen Hund berührt, keine Nase, keine Flanke, kein Spiel. Nicht weil er es nicht kann. Weil es niemand herausfinden durfte. Ein Leben lang Einzelhaft auf Verdacht.
2025. Fünf Jahre auf der Homepage. Sieben Jahre Beton. Irgendwann fiel eine Beule auf, am Rücken, nahe dem Rutenansatz. Klein. Vermutlich harmlos. Aber sie erzählt etwas: Zorros Körper beginnt, Geschichten zu schreiben, die ein Hund mit neun Jahren schreibt. Er ist noch fit. Noch neugierig. Noch nicht alt. Aber die Uhr hat angefangen zu ticken, und sie tickt in einem Zwinger, in dem sie niemand hört.
2026. Sechs Jahre auf unserer Homepage. Acht Jahre Hundelager. Zorro ist neun. Wir durften ihn wieder anschauen, ganz genau, und aufschreiben, was wir sahen: sozial. Selbstbewusst gegenüber Menschen. Neugierig. Körperlich fit. Verträglich mit Katzen. Gut leinenführig. Und dann, zum ersten Mal in acht Jahren, eine Hündin am anderen Ende des Leine. Kein Test, nur eine Begegnung. Aber Zorro knurrte nicht, drohte nicht, er schaute. Er wedelte. Er wollte hin. Mehr können wir dazu nicht sagen. Aber es sah vielversprechend aus. Nach acht Jahren „gegebenenfalls" war das der erste Hinweis darauf, dass das Wort vielleicht die ganze Zeit übertrieben war.
Lesen Sie das noch einmal. Das ist die Beschreibung eines Hundes, der morgen auf einem Sofa liegen könnte.
Was acht Jahre Zwinger aus einem Hund machen? Nicht das, was Sie denken. Zorro beißt nicht. Zorro dreht sich nicht im Kreis. Zorro hat nicht aufgegeben. Acht Jahre Zwinger haben aus Zorro einen Hund gemacht, der genau weiß, wie eine Leine funktioniert, und noch nie erlebt hat, wohin sie führen kann. Einen Hund, der jeden Menschen liebt, und keinen behalten durfte. Einen Hund, der Katzen mag, einer Hündin freundlich begegnet ist, und trotzdem acht Jahre lang als „gegebenenfalls unverträglich" allein saß.
Zorro hat gewartet. Er wartet immer noch. Er versteht nicht, warum. Er versteht nicht, was an ihm falsch ist. Er versteht nur, dass er freundlich ist, und dass das bisher nicht gereicht hat.
Acht Jahre hat er gewartet. Lassen Sie es nicht neun werden. 2020 haben wir versprochen, ihm ein Zuhause zu finden. Wir schaffen es nicht allein. Wir brauchen jemanden, der den Hörer in die Hand nimmt und sagt: Erzählen Sie mir von Zorro. Seine Vermittlerin erzählt gern. Sie hat nur seit sechs Jahren zu selten Gelegenheit dazu.
Besuchen Sie Zorro auch auf unserer Homepage www.pro-canalba.eu
https://www.pro-canalba.eu/unsere-hunde/hundebeschreibung/?hund=Zorro_4536
Weitere Informationen:
Alter: geb. 2017
Schulterhöhe: ca. 47 cm
Kastriert: ja
Krankheiten: keine bekannt, gechipt, geimpft
Schutzgebühr: 390 € + 125 € Transportkostenbeteiligung
Aufenthaltsort: Italien
Organisation: pro-canalba e.V.
Ansprechpartner: Sabine von Alm
eMail: Sabine.vonAlm@pro-canalba.eu
Telefon: 0176 - 87 46 27 55
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